Fünf Tipps: Irlands Top-Attraktionen und ihre Alternativen – Teil 1

Die wich­tigs­ten Se­hens­wür­dig­kei­ten in Ir­land sind bei den Tou­ris­ten höchst be­gehrt. Zum Glück gibt es aber auch we­ni­ger über­lau­fene Al­ter­na­ti­ven. So bie­ten sich etwa statt der be­rühm­ten Cliffs of Mo­her auch die nur we­nig be­such­ten Cliffs of Kil­kee an. Wir ha­ben hier ein paar von Ir­lands Top-At­trak­tio­nen und ihre Al­ter­na­ti­ven zu­sam­men­ge­stellt. Teil 2 folgt.

Da­mit keine Miss­ver­ständ­nisse auf­kom­men: Die Cliffs of Mo­her sind eine Wucht. Wie die zwi­schen 120 und 214 Me­ter ho­hen Klip­pen an der iri­schen West­küste ins Meer ra­gen, ist groß­ar­tig. Kein Wun­der, dass viele Men­schen die­ses Na­tur­schau­spiel se­hen wol­len. Es sind so­gar sehr viele. Mehr als 1,3 Mil­lio­nen Be­su­cher zählte man 2023 – an man­chen Ta­gen im Som­mer ka­men meh­rere Zehn­tau­send.

The Bur­ren Karst Land­scape (c) Tou­rism Ire­land

Selbst wenn sich die Tou­ris­ten­mas­sen auf den We­gen, auf der Plaza und im groß­ar­tig in ei­nen Hü­gel in­te­grier­ten Be­su­cher­zen­trum durch­aus ver­tei­len, muss man fest­stel­len, dass der Zau­ber der Na­tur et­was ein­büßt, wenn man auf ei­nen XXL-Park­platz vol­ler Au­tos und Rei­se­busse blickt und sich an neur­al­gi­schen Stel­len schwer­tut, kei­nen fo­to­gra­fie­ren­den Men­schen aufs ei­gene Bild zu be­kom­men.

Wen die­ses teils quir­lige Am­bi­ente, die (durch­aus sinn­vol­len) Ab­sper­run­gen und das Zah­len ei­nes Obo­lus nicht stö­ren, muss jetzt nicht wei­ter­le­sen. Wenn doch: Es gibt hoch­wer­tige Al­ter­na­ti­ven – und das gilt auch für viele an­dere Se­hens­wür­dig­kei­ten in Ir­land.

Slieve League Cliffs statt Cliffs of Moher

Irlands Top-Attraktionen und ihre Alternativen
Kil­kee Cliffs (c) Tou­rism Ire­land

Was dra­ma­ti­sche Klip­pen­ku­lis­sen be­trifft, gibt es auf der grü­nen In­sel so­gar rich­tig viel Aus­wahl – und bei fast al­len ist es lang nicht so voll. Man­che ge­nießt man so­gar für sich al­lein. Das ist bei den bis zu 90 Me­ter ho­hen Cliffs of Kil­kee zwar meis­tens nicht der Fall. Da­für be­fin­den sich diese nicht weit von den Cliffs of Mo­her ent­fernt. Eine gute Al­ter­na­tive, falls ei­nen die vol­len Park­plätze ab­schre­cken.

Um zu den Slieve Le­ague Cliffs im County Do­ne­gal zu ge­lan­gen, muss man zwar et­was wei­ter fah­ren, doch der Weg lohnt sich. Ers­tens ist dort we­nig los, zwei­tens kos­ten sie kei­nen Ein­tritt und drit­tens sind diese Klip­pen fast drei­mal hö­her als die Cliffs of Mo­her. Mit bis zu 600 Me­tern ge­hö­ren sie so­gar zu den höchs­ten Mee­res­klip­pen Eu­ro­pas. Für be­son­ders mu­tige Zeit­ge­nos­sen las­sen sie sich zu­dem auf ei­nem schma­len Grat – dem „One Man’s Path“ – über­que­ren. Aber das ist nur et­was für Ge­übte und Schwin­del­freie.

Mizen Head statt Ring of Kerry

Ring of Kerry (c) Tou­rism Ire­land

Un­ge­zählt sind die Tou­ris­ten, die je­des Jahr – ins­be­son­dere im Som­mer – den 179 Ki­lo­me­ter lan­gen Ring of Kerrybe­fah­ren. Es dürf­ten Hun­dert­tau­sende sein, die mit­un­ter für ei­nen re­gel­rech­ten Stau sor­gen. Kein Wun­der, denn die ebenso kur­ven- wie aus­sichts­rei­che Rund­tour lan­det re­gel­mä­ßig in den Top 10 der schöns­ten Pan­ora­ma­stra­ßen der Welt.

Da­bei geht es auf der gar nicht so weit ent­fern­ten Mi­zen-Halb­in­sel in puncto Land­schaft noch dra­ma­ti­scher zu. Dass es sich hier nicht so ballt, liegt nicht an der Ku­lisse, denn die Klip­pen, die iko­ni­sche Brü­cke zur Si­gnal­sta­tion und das Be­su­cher­zen­trum sind groß­ar­tig. Es ist viel­mehr die her­aus­for­dernde Er­reich­bar­keit des süd­west­lichs­ten Punkts der In­sel. Am Ende der recht en­gen Sack­gasse geht es gar nur noch zu Fuß wei­ter – ein Traum für Ent­de­cker.

Gobbins Path statt Carrick-a-Rede Rope Bridge

The Gob­bins Swing Bridge (c) Tou­rism Ire­land

Wie einst Lachs­fi­scher die Car­rick-a-Rede-Seil­brü­cke in Nord­ir­land in rund 30 Me­tern Höhe zwi­schen den Klip­pen des Fest­lands und der vor­ge­la­ger­ten, nicht min­der stei­len In­sel ge­spannt ha­ben, ist stark. Noch stär­ker ist, dass man diese heut­zu­tage auch als Nicht-Fi­scher be­nut­zen kann. Doch es gibt ei­nen Ha­ken: Für die auf­re­gende Schau­kel­par­tie muss man mit­un­ter lange an­ste­hen. Kein Wun­der – pas­sen doch im­mer nur ein paar Fuß­gän­ger auf die Brü­cke, die dann auf dem­sel­ben Weg auch wie­der zu­rück wol­len.

Mehr Aus­lauf ver­spricht der 2015 wie­der­eröff­nete Gob­bins Path, der eben­falls an der nord­iri­schen Küste liegt – nur dass die Klip­pen hier noch hö­her ra­gen. Auf ei­ner atem­be­rau­ben­den, im Ver­gleich zum über 100-jäh­ri­gen Ori­gi­nal­weg leicht ver­än­der­ten Stre­cke geht es trepp­auf, treppab, ein­mal über Brück­chen, ein­mal durch Fels­spal­ten, aber im­mer nah an der Gischt, nah am Aben­teuer, nah an der Steil­wand. Das ist ein­drucks­voll, aber nicht so voll.

Ulster Museum statt Titanic Museum

Ti­ta­nic Bel­fast (c) Tou­rism Ire­land

Zu­ge­ge­ben: Ebenso wie das wohl be­rühm­teste Kreuz­fahrt­schiff der Ge­schichte ist auch das sich eben darum dre­hende Ti­ta­nic Bel­fast ein­zig­ar­tig. Da­her ist es auch ver­ständ­lich, dass sich das mul­ti­me­diale Spek­ta­kel zu Nord­ir­lands meist­be­such­ter Se­hens­wür­dig­keit ent­wi­ckelt hat. Nicht we­ni­ger als 800.000 Men­schen lös­ten 2023 ein Ti­cket. In Stoß­zei­ten – wenn ne­benan ein Kreuz­fahrt­schiff an­legt – kann es sich da durch­aus stauen.

Wem das zu eng wird oder wer kein Ti­cket mehr be­kommt, fin­det mit dem Uls­ter Mu­seum ei­nen hoch­wer­ti­gen Er­satz. Eben­falls in Bel­fast ge­le­gen, be­her­bergt es auf mehr als 8.000 Qua­drat­me­tern tau­sende Werke mo­der­ner Künst­ler, his­to­ri­sche und ar­chäo­lo­gi­sche Samm­lun­gen so­wie die stän­dig er­neu­erte Kunst­ga­le­rie. Da ist viel Platz für alle – und im Ge­gen­satz zur „Ti­ta­nic Ex­pe­ri­ence” ist der Be­such auch noch kos­ten­los.

Burren im County Cavan statt im County Clare

Ca­van Bur­ren Park (c) Tou­rism Ire­land

Die baum­arme, mond­ähn­li­che Bur­ren-Karst­re­gion im County Clare wirkt fast wie ein falsch ab­ge­lie­fer­tes Land­schafts­pa­ket. Ei­nes, das J.R.R. Tol­kien an­geb­lich zum „Herr der Ringe“ in­spi­riert hat – ins­be­son­dere das ki­lo­me­ter­lange Höh­len­sys­tem „Poll­na­gollum”. Die XXL-Kalk­recht­ecke re­gen in­des­sen die Fan­ta­sie der meis­ten Gäste an – nicht zu­letzt dank der exo­ti­schen und gar nicht öden Flora aus me­di­ter­ra­nen, ark­ti­schen und al­pi­nen Pflan­zen. Kein Wun­der, dass das zu­neh­mend mehr Be­su­cher an­zieht.

Die dürf­ten sich in­des­sen auch für den Na­mens­vet­ter im nörd­li­cher ge­le­ge­nen County Ca­van in­ter­es­sie­ren. Hier las­sen sich eben­falls lau­fend geo­lo­gi­sche Be­son­der­hei­ten fin­den, aber weit we­ni­ger Men­schen. Das ist ideal für alle, die die tol­ki­en­hafte Na­tur auf den rund zehn Ki­lo­me­ter lan­gen Wan­der­we­gen des Bur­ren im County Ca­van für sich ge­nie­ßen wol­len. Wo die ver­lau­fen und wo sich be­son­ders at­trak­tive geo­lo­gi­sche und prä­his­to­ri­sche Stel­len be­fin­den, ver­an­schau­licht ein klei­nes Be­su­cher­zen­trum.

www.ireland.com

Autorin: Elisabeth Kapral

Als Ju­ris­tin hat Eli­sa­beth ge­lernt, ex­akt zu for­mu­lie­ren. Das kommt ihr jetzt zu­gute, wenn sie für travel4news schreibt. Wor­über sie schreibt, weiß sie da­bei ganz ge­nau, denn sie hat be­reits 108 der 193 in der UNO ver­tre­te­nen Län­der be­sucht – und viele von ih­nen auch mehr­fach.

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